Screenshot von statkb.at: Österreich-Karte mit den Austritten der letzten Jahre

Quartalsrückblick 2025/Q4

Veröffentlicht: 11. Jan 2026

Wir sind jetzt 3,06 Mio. Menschen, 33,2 % der Bevölkerung Österreichs

Informationsfreiheit und Statistik-Site

Seit September 2025 gibt es das Informationsfreiheitsgesetz IFG, das Anfragen an Behörden, Ministerien und staatsnahe Betriebe ermöglicht. Wir haben viele Anfragen eingebracht, ein großer Teil wurde bereits beantwortet, andere sind noch in Bearbeitung, einzelne wurden zurückgewiesen.

In Österreich wird man unter anderem durch einen Religionsaustritt konfessionsfrei. Früher standen die Daten über diese Austritte jedoch nur von einzelnen Religionsgesellschaften, ungenau und verspätet zur Verfügung. Dank dem IFG konnten wir jetzt in jeder Bezirkshauptmannschaft und Statutarstadt nachfragen und von den meisten die Religionsaustritte der letzten drei bis fünf Jahre erhalten.

So haben wir erstmals einen detaillierten Überblick über die geografische Herkunft und andere Merkmale der neuen Konfessionsfreien. Wir wissen auch, noch vor den österreichischen Medien, dass für 2025 mit einem weiteren, schwachen Rückgang der Religionsaustritte zu rechnen ist.

Um diese und andere Daten verständlich und prägnant zu präsentieren, wurde die Statistik-Seite der Konfessionsfreien unter https://statkb.at/ eingerichtet. Die Daten dort sind allesamt mit Quellenangabe und Methodenbeschreibung versehen und werden als Diagramm oder als Tabelle präsentiert. Die zugrundeliegenden Zahlen können für eigene Analysen heruntergeladen werden. Ideen für Auswertungen, Datenquellen und andere Anregungen sind unter stats@statkb.at willkommen.

Einige Beispiele von der neuen Statistik-Seite:

Beschwerde gegen die Bevorzugung von Religionsgemeinschaften im ORF

Der Zentralrat der Konfessionsfreien hat eine Beschwerde gegen einen Bescheid des Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport betreffend die Bestellung der Mitglieder des ORF-Publikumsrats beim Bundesverwaltungsgericht eingebracht. Gegenstand des Verfahrens ist die Bevorzugung der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche im ORF-Publikumsrat.

Nach Ansicht des Zentralrats verletzt die derzeitige Rechtslage die verfassungsrechtlich gebotene weltanschauliche Neutralität des Staates, den Gleichheitsgrundsatz und das Diskriminierungsverbot, weil nur zwei Kirchen (die römisch-katholische und die evangelischen) gesetzlich garantierte Sitze im ORF-Publikumsrat besitzen. Das knappe Drittel der Bevölkerung, die Konfessionsfreien, hat dieses Recht nicht, ebensowenig Religionsgesellschaften, die mit der Zeit größer geworden sind als die evangelischen Kirchen mit nur mehr ca. 2,6 % Bevölkerungsanteil.

Masterarbeit über die säkulare Szene in Österreich

Die Religionswissenschaftlerin Elisabeth Waldl hat in ihrer Masterarbeit die säkulare Szene in Österreich beschrieben.

Auf dem Weg in die säkulare Gesellschaft

Unter diesem Titel fand Ende Oktober eine Tagung der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid) statt. Am Rande der Konferenz eröffnete sich die Möglichkeit zum Gedankenaustausch mit den Konfessionsfreien in Deutschland.

In Deutschland leben seit 2024 mehr Konfessionsfreie als römisch-katholische und evangelische Menschen zusammen. Sie erreichen in wenigen Jahren die absolute Bevölkerungsmehrheit. Beides dauert in Österreich noch länger, aber die Entwicklung verläuft parallel. 

Warum die Entwicklung unaufhaltsam ist und wie die Politik darauf reagieren könnte (aber noch nicht tut), ist im Bericht über die Tagung nachzulesen.

Informationsquellen

Der Humanistische Pressedienst ist eine wichtige Nachrichtenquelle für konfessionsfreie Menschen im deutschsprachigen Raum. Auch einige Mitglieder des Zentralrats der Konfessionsfreien publizieren von Zeit zu Zeit dort.

Der Humanistische Verband Österreichs bringt mehrmals in der Woche relevante Beiträge zu säkularen oder humanistischen Themen.

Der Radio-Athikan-Podcast berichtet regelmäßig über säkulare Themen aus Österreich und anderen Ländern.

Neu: Die Statistik-Site der Konfessionsfreien

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Zentralrat der Konfessionsfreien
AT68 2011 1853 9114 3700

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